Schattengestalten vor dem Reichstag – Symbolbild für die geheime AfD-Chatgruppe „Operation Filibuster"

Schattenarmee gegen die eigene Partei — die „AfD“ und ihr Filibuster-Skandal

Worum es geht: Der Landesparteitag der „AfD“ in Marl (13. Juli 2026) war keine spontane Eskalation — er war geplante Sabotage. Eine geheime Telegram-Gruppe namens „Operation Filibuster“, gegründet von Sven Tritschler (enger Weidel-Vertrauter, neu gewählter stellv. Bundessprecher), koordinierte die Blockade der Listenaufstellung. CORRECTIV liegen die Chatprotokolle vor. Landeschef Martin Vincentz wirft Weidel „Antifa-ähnliche Auswüchse“ vor und verweigert die Mediation. Rechtswissenschaftler sehen möglichen Rechtsmissbrauch.

Die „AfD“ kämpft nach außen für Ordnung, Recht und den Volkswillen. Intern koordiniert ihr engster Weidel-Kreis die Sabotage des eigenen Parteitags — mit einer geheimen Telegram-Gruppe, hundert Scheinbewerbungen und dem Befehl, eine Schattenarmee aufzustellen. Chatprotokolle, die CORRECTIV vorliegen, belegen, was in Marl wirklich passiert ist.


Was in Marl wirklich passiert ist

Am 13. Juli 2026 sollte der größte AfD-Landesverband seine Landesliste für die NRW-Landtagswahl aufstellen. Was folgte, beschrieben anwesende Journalisten als „Schlacht von Marl“. Das Helferich-Lager meldete mehr als hundert Kandidaten für einen einzigen Listenplatz an — Ziel: Die Aufstellung blockieren, Zeit schinden, Verhandlungsdruck aufbauen.

Das Ergebnis: Mehrere aussichtsreiche Listenplätze blieben unbesetzt. Die NRW-„AfD“, der größte Landesverband im Bundesgebiet, beschädigte ihre eigene Kandidatenaufstellung kurz vor einer entscheidenden Landtagswahl. Was bis dahin wie chaotischer Parteistreit aussah, entpuppte sich als koordinierte Operation.


„Operation Filibuster“ — die geheime Chatgruppe

CORRECTIV liegen Auszüge aus einer geheimen Telegram-Gruppe vor, die zeigen: Die Blockade war abgesprochen, mit explizitem Sabotageauftrag. Die Gruppe trägt den Namen „Operation Filibuster“ — benannt nach dem parlamentarischen Mittel der Dauerrede zur Blockade von Abstimmungen. Ihr Gründer: Sven Tritschler, frisch gewählter stellvertretender Bundessprecher der „AfD“ und enger Vertrauter von Alice Weidel.

Die Koordination war präzise: Mitglieder wurden angewiesen, die volle Redezeit auszuschöpfen, um Zeit zu schinden. Landtagsabgeordneter Zacharias Schalley bot KI-geschriebene Reden für Mitstreiter an. Nach dem Parteitag schrieb Tritschler in der Gruppe, die Schattenarmee müsse stehen — egal was passiere.

4. Juli 2026 — AfD-Bundesparteitag Erfurt: Tritschler wird auf Weidel-Betreiben zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt.

13. Juli 2026 — „Operation Filibuster“ in Marl: Über 100 Scheinbewerbungen für einen Listenplatz.

14. Juli 2026 — Bundesvorstand schlägt Mediation vor. Vincentz lehnt ab, verfasst 20-Punkte-Brief.

16. Juli 2026 — CORRECTIV veröffentlicht die Chatprotokolle. Vincentz spricht von „Antifa-ähnlichen Auswüchsen“.


Weidels Fingerabdruck

Tritschlers Verbindung zu Weidel ist nicht zufällig — sie ist strukturell. Er wurde in Erfurt auf ausdrückliches Weidel-Betreiben zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt. Ein weiterer Weidel-Vertrauter soll Busse nach Marl organisiert haben.

Marionetten-Hand steuert Figuren vor Düsseldorfer Skyline
Foto-Compositing: didicologne-nachgehakt.de | Quellen: Pixabay

Vincentz spricht von einem „Weidel-Helferich-Lager“. Das Vincentz-Lager will die „AfD“ koalitionsfähig machen. Das Helferich-Lager steht für Remigration und Vernetzung mit dem rechtsextremen Vorfeld um Martin Sellner. Beide sind unvereinbar — NRW ist ihr Kampffeld.


Vincentz schlägt zurück

In einem 20-Punkte-Brief lehnt Vincentz die Mediation ab: Sie sei gezielt zum Scheitern geplant worden. Er wirft dem Weidel-Lager „Antifa-ähnliche Auswüchse“ vor. Parteimitglieder fordern den Rücktritt von Tritschler und Kneller aus dem Bundesvorstand.


Rechtlich heikel

Verfassungsrechtlerin Sophie Schönberger (FU Berlin): Das Problem liege auf Ebene der Parteitagsorganisation. Staatsrechtler Markus Ogorek (Universität Köln): Koordinierte Blockaden könnten Rechtsmissbrauch sein — Sanktionen bis zum Parteiausschluss möglich.


Was das über die „AfD“ aussagt

Die „AfD“ präsentiert sich als Partei der Ordnung. Intern sabotiert ihr Führungspersonal demokratische Abstimmungsverfahren mit einer geheimen Schattenarmee. Das ist kein Betriebsunfall — das ist das Modell.

Die „AfD“ unterhöhlt demokratische Institutionen von innen: zuerst bei sich selbst. Wer die Ereignisse in Marl vom 13. Juli kannte, findet in den Chatprotokollen keine Überraschung. Der neue Bundesvorstand aus Erfurt hat mit Tritschler genau das Personal gewählt, das NRW lahmlegt. Das ist Programm.

Fazit

Was in Marl passiert ist, ist kein Parteistreit — es ist eine Demonstration, wie die „AfD“ mit Widerspruch umgeht: nicht durch Überzeugung, sondern durch Blockade. Diese Taktik hat einen Namen, einen Gründer und eine direkte Linie zur Parteichefin. Wenn dir das wichtig erscheint: Teile diesen Artikel und folg dem Blog, wenn du Politik ohne Schönfärberei willst.


Hier können Sie meine Arbeit selbst recherchieren.

Geheime Chatgruppe: Landeschef wirft Weidel „Antifa“-Methoden vor — CORRECTIV, 16.07.2026

Flügelkämpfe bei der NRW-AfD — Deutschlandfunk, 17.07.2026

Machtkampf in der AfD in NRW eskaliert — taz, 17.07.2026

Die Parteitage in NRW und Erfurt — CORRECTIV, 14.07.2026

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AfD-Parteitag in Marl am 13. Juli — der Vorgänger-Artikel.

Der neue völkische AfD-Bundesvorstand aus Erfurt — wer dahintersteckt.

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