Umspannwerk vor Kraftwerkskaminen – Terrorermittlungen nach Doppel-Anschlag auf Jänschwalde und Bergheim

Umspannwerk-Doppel-Anschlag auf das Stromnetz: Terrorverdacht — und Berlin hatte verdammtes Glück

Am 1. September 2026 griffen Unbekannte binnen weniger Stunden zwei Umspannwerke in Deutschland an — morgens das Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde in Brandenburg, abends das Amprion-Umspannwerk in Bergheim-Rheidt bei Köln. Was zunächst wie zwei getrennte Vorfälle wirkte, hat sich inzwischen als koordinierte Aktion mit identischer Methode herausgestellt. Die Ermittler sprechen von einem Anschlag auf die kritische Infrastruktur — und in Brandenburg laufen Terrorermittlungen.


Jänschwalde: Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen — einer traf

Am Dienstagmorgen, dem 1. September 2026, positionierten Unbekannte selbstgebaute Flugkörper direkt unter den Hochspannungsleitungen am Umspannwerk Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße. Laut Netzbetreiber 50Hertz ähnelten die Geräte handelsüblichen Silvesterraketen — das Brandenburger Landeskriminalamt, das inzwischen die Ermittlungen übernommen hat, widerspricht dem Begriff ausdrücklich: „Wir reden hier nicht von Raketen.“ Die genaue Bauart ist damit offiziell offen.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) berichtete im Innenausschuss des Landtages: Von mehr als einem Dutzend raketenähnlicher Gegenstände habe nur einer sein Ziel erreicht. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir da verdammtes Glück gehabt haben“, sagte Redmann. In zwei Fällen gelang es den Tätern dennoch, leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen und Kurzschlüsse auszulösen. Block B des Kraftwerks Jänschwalde schaltete sich automatisch ab und ging laut Betreiber Leag um 2:00 Uhr in der Nacht auf den 2. September 2026 wieder ans Netz.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter bereits mehrere Tage vor dem Anschlag vor Ort waren, um die Vorrichtungen zu installieren. Der Bau und die Installation setzten einiges an technischem Know-how voraus. Die Tatausführung sei anders als bei bisherigen Anschlägen auf die Stromversorgung, die der linksextremistischen Szene zugeordnet werden. Hinweise auf eine ausländische Macht gebe es nicht.

Das Brandenburger Polizeipräsidium ermittelt nun wegen Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel — und wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Tatverdächtige gibt es bislang keine, ein Bekennerschreiben liegt nicht vor.


Berlin war näher am Blackout als gedacht

Was in den ersten Berichten unterging: Das Umspannwerk Turnow-Preilack ist kein beliebiger Netzknoten. Von dieser Anlage führt eine von zwei zentralen Leitungen, die Berlin mit Strom versorgen. Wäre der Anschlag vollständig aufgegangen — hätten mehr als ein Dutzend Vorrichtungen gezündet statt einer — wäre die Hauptstadt mit in den Ausfall gerissen worden. Redmann fasste es knapp zusammen: „Das war kein Kinderstreich.“

Das Umspannwerk Turnow-Preilack ist Bestandteil des Übertragungsnetzes von 50Hertz, das weite Teile Nord- und Ostdeutschlands versorgt — einschließlich der Bundeshauptstadt. Ein Anschlag mit Wirkung hätte nicht nur die Lausitz getroffen. Dass nur einer von über einem Dutzend Flugkörpern sein Ziel erreichte, verdankt Deutschland nach Einschätzung des Innenministers purem Glück.


Bergheim: Sechs Abschussvorrichtungen im Maisfeld

Am Abend desselben Tages, gegen 20 Uhr, traf es das Umspannwerk in Bergheim-Rheidt im Rhein-Erft-Kreis — 22 Kilometer westlich von Köln, direkt neben dem Kohlekraftwerk Niederaußem (RWE). Ermittler fanden in einem angrenzenden Maisfeld sechs Abschussvorrichtungen. Sie seien so gebaut gewesen, dass pyrotechnische Gegenstände einen Draht über die Stromleitungen hätten führen sollen, erläuterte Leitender Kriminaldirektor Michael Esser vom Polizeipräsidium Köln. Durch den ausgelösten Kurzschluss wurden mehrere RWE-Kraftwerksblöcke vom Netz genommen.

Die Kölner Staatsanwaltschaft stuft den Vorfall als Anschlag ein. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bezeichnete die aufgefundenen Vorrichtungen als „ganz starkes Indiz für das Vorliegen einer vorsätzlichen Straftat“. Die allgemeine Stromversorgung der Region blieb unberührt; NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur erklärte, die schnelle Reaktion von Amprion und RWE habe gezeigt, dass die Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen robust sei. Gleichwohl stehen andere kritische Standorte in NRW nun unter besonderer Beobachtung.

Hochspannungsmast von unten mit Fadenkreuz-Overlay – Symbol für die Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur
Unsere Energie im Fadenkreuz – liegt die Infrastruktur auf dem Silbertablett?
Lizenzfreies Basismaterial | Bildkomposition: D. Nichau / didicologne-nachgehakt.de

3. Januar 2026 — Berlin-Lichterfelde
Kabelbrücke am Heizkraftwerk angezündet. Mehr als 40.000 Haushalte ohne Strom — längster Blackout in Berlin seit 1945. Gruppe „Vulkangruppe“ bekennt sich.

1. September 2026, Morgen — Jänschwalde (Brandenburg)
Umspannwerk Turnow-Preilack angegriffen. Mehr als ein Dutzend Flugkörper — einer trifft. Block B schaltet sich ab. Kein Blackout. LKA übernimmt, Terrorermittlungen eingeleitet.

1. September 2026, Abend — Bergheim-Rheidt (NRW)
Umspannwerk Bergheim angegriffen. Sechs Abschussvorrichtungen im Maisfeld. Mehrere RWE-Blöcke vom Netz. Polizei: Anschlag auf kritische Infrastruktur.

Gleiche Methode, zwei Tatorte — kein Zufall

Leitender Kriminaldirektor Esser fasste die Gemeinsamkeit beider Fälle zusammen: „An beiden Standorten scheinen pyrotechnische Gegenstände abgeschossen worden zu sein.“ Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang aktiv. NRW-Innenminister Herbert Reul nannte zwei mögliche Täterkreise: fremdstaatliche Sabotage oder Linksextremismus. Brandenburgs Innenminister Redmann sieht bislang keinen Hinweis auf eine ausländische Macht. Ob beide Anschläge von denselben Tätern begangen wurden, ist Stand 3. September 2026 nicht bestätigt.

Was feststeht: Beide Umspannwerke lagen neben Braunkohlekraftwerken, beide wurden mit vergleichbarer Methode angegriffen, beide am selben Tag. Die Vorbereitungszeit, das technische Know-how und die geografische Streuung sprechen gegen einen Einzeltäter und gegen einen Spontanakt.

Drei Angriffe auf die Strominfrastruktur in weniger als neun Monaten — Berlin im Januar 2026, Jänschwalde und Bergheim am 1. September 2026. Die Methoden werden komplexer, die Ziele größer, die Vorbereitung aufwändiger. Ob das eine Eskalationskurve ist oder drei voneinander unabhängige Phänomene, ist offen. Die Ermittler in Brandenburg und NRW werden diese Frage beantworten müssen.


Was das über unsere Infrastruktur aussagt

Das Übertragungsnetz ist kein Hochsicherheitstrakt. Umspannwerke liegen oft abgelegen, gesichert durch Zaun und Kamera — das war bislang ausreichend. Gegen Täter, die tagelang unbemerkt Vorrichtungen auf angrenzenden Feldern installieren, ist das kein Schutz.

Amprion betreibt rund 11.000 Kilometer Höchstspannungsnetz in Deutschland, 50Hertz weitere rund 10.000 Kilometer. Beide Netzbetreiber sind als kritische Infrastruktur eingestuft und unterliegen dem KRITIS-Dachgesetz. Dass das Netz in beiden Fällen standhielt — durch automatische Abschaltung und Netzredundanz — ist kein Beweis für ausreichende Sicherheit. Es ist ein Beweis dafür, dass die Täter noch nicht präzise genug waren.

Den Zusammenhang zwischen Energiewende, Kohleausstieg und dem wachsenden Druck auf die Energieinfrastruktur beleuchtet dieser Blog bereits: Energiewende im Stillstand — wie die Energiekonzerne blockieren.


Was bleibt: Zwei Umspannwerke an einem Tag. Terrorermittlungen in Brandenburg. Sechs Abschussvorrichtungen in einem Kölner Maisfeld. Und eine Berliner Stromleitung, die mit etwas mehr Pech ausgefallen wäre.

Deutschland hatte am 1. September 2026 verdammtes Glück. Die Frage ist, ob das Glück anhält — oder ob die nächsten Täter ihre Hausaufgaben gründlicher machen.

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Alle Fakten selbst nachprüfbar – wie es sich gehört.

Terrorermittlungen nach Angriff auf deutsches Umspannwerk – Südtirolnews (2. September 2026)

Brandenburg: Sprengvorrichtung an Umspannwerk – ZDFheute (1. September 2026)

Anschlag auf Umspannwerk Brandenburg: zweistellige Zahl Sprengvorrichtungen – Tagesspiegel (2. September 2026)

Bergheim: Ermittler finden sechs Abschussvorrichtungen – Handelsblatt (3. September 2026)

Anschlag auf kritische Infrastruktur: Bergheim – Tagesspiegel (3. September 2026)

Mutmaßlicher Anschlag auf Umspannwerk bei Jänschwalde – ZFK (1. September 2026)


Hinweis: Für Recherche und Formulierung wurde KI unterstützend genutzt. Der Beitrag wurde vor der Veröffentlichung von mir geprüft, bearbeitet und redaktionell verantwortet.

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